CFO Roundtable 2026: Supply-Chain-Resilienz in unsicheren Zeiten
Der CFO Roundtable brachte Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Herausforderungen der Supply-Chain-Resilienz zu diskutieren.
Diese Frage stand im Zentrum des diesjährigen CFO Roundtable. Die Veranstaltung brachte Führungskräfte aus dem Finanzbereich, Supply-Chain-Expert:innen sowie Vertreter:innen aus Wissenschaft und Praxis zusammen, um Perspektiven zu einer der aktuell drängendsten Herausforderungen für Unternehmen auszutauschen: die Stärkung der Resilienz in zunehmend komplexen globalen Wertschöpfungsketten.
Die Diskussionen machten deutlich, dass Supply-Chain-Resilienz längst über eine rein operative Fragestellung hinausgeht. Sie entwickelt sich zunehmend zu einer strategischen Führungsaufgabe, die eine enge Zusammenarbeit zwischen Finanzen, Operations, Technologie und Nachhaltigkeit erfordert.
Im Verlauf des Tages kristallisierten sich mehrere zentrale Themen heraus.
Transparenz als Grundlage von Resilienz
Ein wiederkehrendes Motiv in zahlreichen Beiträgen war die Bedeutung von Transparenz. Unternehmen können Risiken nur dann wirksam steuern, wenn sie ihre Liefernetzwerke, Abhängigkeiten und Kostenstrukturen verstehen. Mehr Transparenz ermöglicht fundiertere Entscheidungen, schnellere Reaktionen auf Störungen und ein klareres Verständnis potenzieller Schwachstellen entlang der Wertschöpfungskette.
Umgang mit kritischen Abhängigkeiten
Die Teilnehmenden diskutierten die zunehmende Notwendigkeit, über direkte Lieferanten hinauszublicken und Abhängigkeiten innerhalb des gesamten Liefernetzwerks zu verstehen. Die Fähigkeit, kritische Komponenten zu identifizieren, potenzielle Engpässe zu bewerten und alternative Handlungsoptionen zu entwickeln, gewinnt für Unternehmen, die ihre Resilienz stärken möchten, immer mehr an Bedeutung.
Geopolitische Unsicherheiten erfolgreich navigieren
Geopolitische Entwicklungen verändern den globalen Handel und internationale Lieferketten nachhaltig. Von veränderten Handelsströmen bis hin zu neuen regulatorischen Anforderungen stehen Unternehmen vor der Herausforderung, Effizienz mit Resilienz und Anpassungsfähigkeit in Einklang zu bringen. Die Diskussionen unterstrichen die Bedeutung eines proaktiven Risikomanagements und einer vorausschauenden Szenarioplanung in einem zunehmend volatilen Umfeld.
Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette
Ein weiteres zentrales Thema war die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit im Supply-Chain-Management. Da ökologische und soziale Auswirkungen zunehmend über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg betrachtet werden, rücken Transparenz, Zusammenarbeit und nachhaltige Beschaffungsstrategien verstärkt in den Fokus unternehmerischen Handelns.
Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Entscheidungsfindung
Die Teilnehmenden diskutierten zudem, wie künstliche Intelligenz und digitale Technologien das Supply-Chain-Management verändern. Neben Effizienzsteigerungen eröffnen diese Technologien neue Möglichkeiten, Prognosen zu verbessern, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und die organisationale Resilienz nachhaltig zu stärken.
Eine Führungsaufgabe
Eine der übergeordneten Erkenntnisse des Roundtables war, dass Resilienz heute weit mehr ist als ein Supply-Chain-Thema. Sie stellt eine Führungsaufgabe dar, die Transparenz, bereichsübergreifende Zusammenarbeit und die nötige Flexibilität erfordert, um auf ein zunehmend dynamisches Umfeld reagieren zu können.
Fazit
Resilienz entsteht nicht erst dann, wenn eine Störung eintritt. Sie wird bereits im Vorfeld aufgebaut – durch Transparenz, Vorbereitung, Zusammenarbeit und fundierte Entscheidungen. Unternehmen, die diese Fähigkeiten konsequent entwickeln, schaffen die Voraussetzungen, um auch in einem zunehmend unsicheren Umfeld langfristig erfolgreich zu bleiben.
Über den CFO Roundtable 2026
Unter der Leitung von Patricio Ohle (FBXperts), André Doutreval (Executive Education UZH, in Vertretung von Jürgen Brücker) und Prof. Dr. Walter Farkas (Department of Finance UZH) brachte der CFO Roundtable Expert:innen aus Wissenschaft, Industrie und Beratung zusammen, um aktuelle Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen im Bereich der Supply-Chain-Resilienz zu diskutieren.
Zu den Referierenden gehörten Prof. Dr. Tarkan Tan (Department of Business Administration UZH), Suraj Mathew (Kearney), Alvaro Amo (Hexagon), Rahel Langenegger (Hexagon), Alexandre de Perregaux (Intellyse), John Sobeck (ZF Group), Susanne Waidzunas (IKEA), Prof. Dr. Julia Arlinghaus (Fraunhofer IFF, HSG), Matthias Magnor (BLG Logistics Group) sowie Sandro Brändle (log-hub).
Wir danken allen Referierenden herzlich für ihre wertvollen Beiträge und den inspirierenden Austausch über die Zukunft resilienter Lieferketten. Ein besonderer Dank gilt zudem allen Teilnehmenden, deren Erfahrungen, Fragen und Perspektiven wesentlich dazu beigetragen haben, einen bereichernden Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu ermöglichen.